Statement zum Klimawandel

Der Klimawandel – das drängendste Problem der Menschheit

Die EthikBank sieht sich als ökonomischer Vertreter in der Pflicht, sich ebenfalls in die öffentliche Diskussion zum Klimawandel einzubringen, ihre Haltung klar zum Ausdruck zu bringen und die Politik zum Handeln aufzufordern. In einem umfangreichen Statement rufen wir dazu auf, sich stärker gegen die Erderwärmung und den damit verbundenen Klimawandel zu engagieren und stellen konkrete Forderungen an die Poliltik.

I. Einleitung

Deutschland blickt auf einen der wärmsten und trockensten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen zurück. Doch nicht nur Mitteleuropa verzeichnet rekordverdächtige Bedingungen, weltweit mehren sich die Extreme: Hitzerekorde in Skandinavien führen zu großflächigen Waldbränden in Schweden, Japan ordnet die Hitzewelle im Land mit deutlich über hundert Hitzetoten als Naturkatastrophe ein und selbst das an hohe Temperaturen gewöhnte Death Valley in den USA erlebt im Mai den heißesten jemals gemessenen Monat.

Auch wenn solche Extreme nicht in jedem Jahr auftauchen, so macht deren offensichtliche Häufung doch eines klar: Der Klimawandel ist real. „Das Signal der Klimaerwärmung ist inzwischen alles andere als subtil. Es ist deutlich spürbar: an den Temperaturen, am raschen Anstieg des Meeresspiegels, an den Extremniederschlägen und ganz deutlich an der Zunahme von Hitzewellen“, sagt dazu etwa der renommierte Klimaforscher Stefan Rahmstorf von der Universität Potsdam bereits 2016 in einem Interview mit Le Monde diplomatique. Wer dafür die Verantwortung trägt, ist für den Experten völlig klar: „Vier von fünf Hitzewellen gehen heute auf das Konto der globalen Erwärmung durch den Menschen.“

Doch trotz des unzweifelhaften Wissens um den Klimawandel und um seine Verursacher gelingt es den politischen Entscheidungsträgern weltweit nicht, gemeinsam der kontinuierlichen Erderwärmung entgegenzuwirken. Genauso regelmäßig, wie Regierungen weltweit Abkommen unterzeichnen und Absichtserklärungen abgeben, verfehlen sie ihre Ziele immer wieder deutlich. Neue Vorhaben werden weit in die Zukunft verschoben, entschlossenes Engagement wird vertagt.

II. Öffentlicher Diskurs ausdrücklich erwünscht

Um das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten und die Lebensqualität künftiger Generationen zu wahren und zu schützen, tragen wir heute eine enorme Verantwortung. Der Sonderbericht des Weltklimarates im Oktober 2018 hat das Ziel für die kommenden Jahre klar definiert: Wir müssen die Erderwärmung bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf maximal 1,5 Grad Celsius reduzieren. Nur so sind die Folgen des damit verbundenen Klimawandels einigermaßen beherrschbar. Um das zu erreichen, müssen die CO2-Emissionen bis 2050 auf null heruntergefahren werden.

Die Politik agiert nur halbherzig und verfolgt die Interessen der Wirtschaftskonzerne. Deshalb muss die Zivilgesellschaft stärker Druck auf die Politik ausüben, Forderungen formulieren und Maßnahmen verlangen, damit aus Aktivismus konkrete Aktionen werden. Konkret definierte Ziele sind ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Erderwärmung und den damit verbundenen Klimawandel. Um diese hervorzubringen, braucht es eine ergebnisorientierte öffentliche Debatte, aus der entsprechende politische und gesetzliche Weichenstellungen hervorgehen. Die EthikBank sieht sich hierbei als ökonomischer Vertreter in der Pflicht, sich ebenfalls in die öffentliche Diskussion einzubringen, ihre Haltung klar zum Ausdruck zu bringen und die Politik zum Handeln aufzufordern.

III. Forderungen an die Politik

Um das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten und die Lebensqualität künftiger Generationen zu wahren und zu schützen, tragen wir heute eine enorme Verantwortung. Der Sonderbericht des Weltklimarates im Oktober 2018 hat das Ziel für die kommenden Jahre klar definiert: Wir müssen die Erderwärmung bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf maximal 1,5 Grad Celsius reduzieren. Nur so sind die Folgen des damit verbundenen Klimawandels einigermaßen beherrschbar. Um das zu erreichen, müssen die CO2-Emissionen bis 2050 auf null heruntergefahren werden.

Konkret definierte Ziele sind ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Erderwärmung und den damit verbundenen Klimawandel. Um diese hervorzubringen, braucht es eine ergebnisorientierte öffentliche Debatte, aus der entsprechende politische und gesetzliche Weichenstellungen hervorgehen. Die EthikBank, die seit ihrer Gründung nach strengen ökologischen Richtlinien wirtschaftet, möchte sich mit grundsätzlichen Forderungen an dieser Diskussion beteiligen:

Die CO2-Emissionen sinken in Deutschland langsamer, als sie es nach dem internationalen Pariser Klimaschutzabkommen müssten. Der Sonderbericht des Weltklimarates aus dem Oktober 2018 legt dar, dass bis 2050 weltweit kein Kohlendioxid mehr ausgestoßen werden darf. Die konsequente Umstellung aller Sektoren auf CO2-neutrale Energiequellen ist daher unabdingbar, der Ausstieg aus der Kohleenergie der erste dringend gebotene Schritt. Spätestens bis 2030 muss er vollzogen sein.

Gesellschaftliche Steuerung könnte über aufkommensneutrale Energieumlagen erfolgen, die klimafreundliche Energiequellen belohnen und klimaschädliche Energieträger wirtschaftlich belasten.

Die Regenwälder stellen weltweit einen bedeutenden CO2-Speicher und sind für das weltweite ökologische Gleichgewicht mitverantwortlich. Aufgrund von ökonomischen Privatinteressen und korrupten Politikern kommt es immer wieder zu Zerstörungen dieses Gemeingutes. Internationale Konventionen müssen die Brandrodung von Regenwäldern daher unter ein Verbot stellen und entsprechend sanktionieren. Darüber hinaus muss die Nutzung von Tropenholz ausnahmslos verboten werden. 

Nach wie vor steigen die CO2-Emissionen im Verkehrssektor. Zum einen ist deshalb eine konsequente Umstellung auf emissionsarme Verkehrsmittel notwendig, die entsprechend gefördert werden muss. Bund und Länder können hierbei vorangehen und ihren Fuhrpark nach und nach auf klimafreundliche Fahrzeuge umstellen.

Zum anderen müssen neue alternative Verkehrsstrategien entwickelt werden, die in der Region den Öffentlichen Personennahverkehr stärker einbeziehen und ausbauen und den Fernreise- und Güterverkehr mehr auf die Schiene verlagern. Entsprechende Investitionen sind hier notwendig. Der Flugverkehr ist aufgrund seiner hohen Klimabelastungen durch Streichung von Steuervorteilen und einer Umweltabgabe zu belasten. Kurzstreckenflüge sollten ab einer festgesetzten Distanz generell verboten werden. Auch im Tourismusbereich steckt Einsparpotential, betrachtet man etwa die zunehmende Anzahl an umweltgefährdenden Kreuzfahrtschiffen.

Generell gilt für alle Bereiche, unnötige Reisen und Transporte zu vermeiden, etwa im Geschäftsbereich oder Onlinehandel.

Mit etwa 220 Kilogramm pro Person im Jahr verursachen die Deutschen mit Abstand den meisten Verpackungsmüll in Europa. Eine Vermeidungsstrategie, die vor allem Plastikverpackungen verbannt, ist deshalb dringend geboten. Das zielt u. a. auf zu kleinteilige Verpackungen und Verpackungen um frische Obst- und Gemüseprodukte ab.

Die Politik ist hierbei gefordert, mit Regulierungen und Gesetzen das Müllaufkommen einzudämmen. Bei der Bekämpfung der Abfallmengen können Mehrweg- und Pfandsysteme helfen und sollten deshalb ausgeweitet und weiterentwickelt werden. Ebenfalls müssen Recyclingmethoden zur Wiederverwertung von Rohstoffen noch stärker in den Fokus rücken.

In den genannten Bereichen können technische Innovationen enorme Fortschritte ermöglichen. Erneuerbare Energiegewinnungsmethoden müssen nach wie vor effizienter werden. Wir benötigen klimafreundliche Fortbewegungsmittel und alternative Materialien, die nicht auf fossilen, sondern auf nachwachsenden Rohstoffen basieren. Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet muss vom Staat mehr gefördert werden. Zudem müssen Wissenschaft und Wirtschaft stärker verzahnt werden, damit umweltfreundliche Alternativen schneller den Weg zur Anwendung finden. 

Das gegenwärtige Wirtschaftssystem unterstützt Unternehmen, die die von ihnen verursachte Verschmutzung von Wasser, Luft und Boden auf die Allgemeinheit abwälzen. Dies führt zu Fehlentwicklungen, in denen viele Wirtschaftsteilnehmer unserer Umwelt rücksichtslos schaden und künftige Generationen mit den Folgen und Kosten belasten. Deshalb müssen die bei der Herstellung von Produkten und der Durchführung von Dienstleistungen entstehenden Emissionen transparent gemacht werden.

Verursachungsgerechte Abgaben auf den Ausstoß von CO2 machen Emissionen sichtbar und führen zu klaren Preissignalen, die zu einer emissionsarmen Produktion und einem verantwortungsbewussteren Konsum führen. Gleichzeitig sollten zusätzliche Systeme, unabhängig vom Preis, Informationen zur Umweltbelastung während der Produktion zugänglich machen. 

Der Kampf gegen den Klimawandel darf nicht zum Wahlkampfthema herabgestuft werden, sondern muss als politischer Konsens feststehen. Kompromisslose Aufklärung seitens der Politik ist elementar wichtig, um die Dringlichkeit des Problems zu verdeutlichen und einen gesellschaftlichen Diskurs zu verankern. Bildungsinitiativen müssen das Wissen um den Klimawandel mehren und die Zusammenhänge offen legen. Nur so verfestigt sich das Bewusstsein, dass jeder Einzelne positive Veränderungen hervorrufen kann. Nur ein mündiger und aufgeklärter Bürger trifft richtige Konsumentscheidungen, die seinen eigenen ökologischen Fußabdruck positiv beeinflussen. Das betrifft sowohl die Wahl des Produktes mit der besten Ökobilanz, was etwa Herstellungsbedingungen, Verpackung und Langlebigkeit angeht, als auch das Hinterfragen der Notwendigkeit des Konsums im Allgemeinen.

Fazit: 

Die Erderwärmung und der damit verbundene Klimawandel ist das drängendste Problem der Menschheit – eine so noch nie dagewesene Herausforderung. Jahrzehntelang wurde Zeit verschenkt, um sie wirkungsvoll anzupacken.

Deshalb müssen Politik und Zivilgesellschaft den Kampf nun entschiedener und engagierter denn je aufnehmen. Möglicherweise liegt in ihm sogar die Chance auf ein friedlicheres Zusammenleben in einer gerechteren Gesellschaft.

Klimadokumente zum Download

Unser Statement zum Klimawandel stellen wir Ihnen gern in zweifacher Ausführung zum Herunterladen zur Verfügung. Einmal die Kurzversion für eilige Leser, sowie eine ausführliche Fassung für alle, die es ganz genau wissen möchten. Die Langversion beinhaltet neben den Forderungen an die Politik, auch Ausführungen über Ursachen und Folgen der Erderwärmung, sowie Kritik am bestehenden Wachstumsdogma.

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Mehr Informationen

Für Eilige

Das EthikBank Statement zum Klimawandel, inkl. Forderungen an die Politik in Kürze: 

Für Gründliche

Unser ausführliches Statement enthält Ausführungen über Ursachen und Folgen der Erderwärmung, sowie Kritik am bestehenden Wachstumsdogma:

Kommentar:

Klaus Euler, Vorstandsvorsitzender der EthikBank, wünscht sich im Kampf gegen den Klimawandel einen starken, gesellschaftlichen Diskurs.

Auch wir haben die "Paris Pledge", eine Initiative von BankTrack unterzeichnet und versprechen, keine Investitionen in den Kohlesektor zu tätigen.