Druckerviertel Einbeck

Ein Projekt für Generationen

Ein Termin zur Vertragsunterzeichnung. Und eine Fahrt im Lastenrad durch die Einbecker Innenstadt.

Martin Keil tritt in die Pedale, fährt vorbei an Fachwerkfassaden und über das Kopfsteinpflaster, zeigt auf Gebäude und erzählt von Ideen, Plänen und auch von Herausforderungen. Wer ihn so erlebt, merkt schnell: Das Druckerviertel ist kein gewöhnliches Immobilienprojekt. Es ist ein Vorhaben, das aus Überzeugung entstanden ist.

  

Kultur bewahren. Zukunft gestalten.

Mit der Gründung der Druckerviertel gGmbH im Mai 2025 haben engagierte Einbeckerinnen und Einbecker Verantwortung übernommen. Für ein Gebäude. Für ein Quartier. Und für ein Stück immaterielles Weltkulturerbe: die Druckkunst.

Kunsthistorische Druckwerkstatt

Im historischen Schroedterhaus soll dauerhaft ein Ort entstehen,

…an dem mittels des Erhalts einer kunsthistorischen Druckwerkstatt Handwerkswissen erhalten bleibt, indem es Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ermöglicht wird, an historischen Druckmaschinen kreativ arbeiten und lernen zu können,

…an dem kulturelles Erbe nicht nur gezeigt, sondern erlebt werden kann,

und wo Gebäude im Viertel Schritt für Schritt durch nachhaltige Sanierungsmaßnahmen wieder an Strahlkraft gewinnen sollen.

Das Ziel ist klar: Der östliche Eingang zur historischen Einbecker Altstadt soll sich behutsam zu einem Ort entwickeln, der historische Substanz respektiert und gleichzeitig neue Nutzungen im Bereich Wohnen und Gewerbe ermöglicht. Wirtschaftlich tragfähig und kulturell sinnvoll.

Ein Mehrgenerationenprojekt

Was das Projekt besonders macht, ist sein langer Atem. Es geht nicht um schnelle Erfolge, sondern um Verantwortung über Jahrzehnte hinweg. Der Denkmalpate Martin Keil beschreibt es so:

„Wir sehen das Druckerviertel als echtes Mehrgenerationenprojekt. Uns ist bewusst, dass wir es in dieser Generation vermutlich nicht vollständig abschließen werden. Aber das ist Teil der Idee. Früher wurden wichtige Bauwerke über Generationen hinweg gebaut und vor allem auch genutzt! Jede Generation hat ihren Beitrag geleistet. Die Idee weiterentwickelt, gebaut und stetig natürlich auch repariert. Genauso verstehen wir dieses Projekt. Wir legen heute das Fundament zur Bekämpfung des über Jahrzehnte entstandenen Sanierungsstaus und zur Weiterentwicklung des Häuserensembles und vertrauen darauf, dass nachfolgende Generationen es weiterführen.“

In dieser Haltung liegt viel Klarheit. Es geht um Substanz, nicht um kurzfristige Effekte.

Unsere Mitarbeiter Rico und Nico vor der Tafel "Lover fürs Leben gesucht - Fachwerk Lover (m/w/d)"

Warum die EthikBank?

Bei der Wahl des Finanzierungspartners spielten neben den Konditionen auch die Werte der Bank eine Rolle, so Martin Keil:

„Die von der EthikBank formulierten ethischen Grundsätze, an die die Kreditvergabe gebunden ist, begrüßen wir ausdrücklich. Die klare Haltung zu Menschenrechten, Transparenz und Nachhaltigkeit hätten wir auch ohne einen Darlehnsvertrag unterschreiben können, denn sie denken sich komplett mit unseren gesellschaftlichen Wertvorstellungen!“

Für die Druckerviertel gGmbH war entscheidend, dass Finanzierung und eigene Überzeugungen zusammenpassen. Denn auch das Druckerviertel versteht sich als Projekt, mit der gesellschaftliche Verantwortung übernommen wird. Für das Gebäude, für das Quartier und für das kulturelle Erbe der Stadt.

Entwicklung mit Augenmaß

Das Druckerviertel wird nicht von heute auf morgen fertig sein. Und genau das ist so geplant.

Die Sanierung erfolgt Schritt für Schritt. Zunächst stehen notwendige Arbeiten an Fachwerk, Heizung und Haustechnik auf dem Programm. Parallel werden Rücklagen gebildet, um kommende Bauabschnitte solide vorzubereiten. Perspektivisch sollen Wohnräume in den oberen Etagen erschlossen und in den Höfen öffentliche Begegnungsräume und neue Zuwegungen realisiert werden. 

Das Projekt zeigt, wie Denkmalschutz, Gemeinnützigkeit und wirtschaftliche Stabilität zusammengehen können. Nicht mit großen Versprechen, sondern mit realistischen Etappen. Ein Motto im Einbecker Druckerviertel lautet beispielsweise ganz einfach „machen und lachen“!

Ein Quartier im Wandel

Schon heute ist das Druckerviertel mehr als eine Baustelle.

  • Die kunsthistorische Druckwerkstatt „Druckerbande“ bringt Menschen verschiedener Generationen zusammen.
  • Kreative und Gewerbetreibende beleben das Ensemble.
  • Der Name Druckerviertel steht in Einbeck zunehmend für einen bewussten Umgang mit Stadtgeschichte.

Was hier entsteht, ist kein spektakulärer Neubau. Es ist ein Ort mit Geschichte, der mit Geduld und Überzeugung weiterentwickelt wird. Und genau darin liegt seine Stärke.

Infos zum Projekt unter
www.druckerviertel.de

Neukonzeption des Quartiers