D1 in Eberswalde

Vom WG-Haus zum gemeinschaftlichen Eigentum

Im Danckelhaus ist aus einer WG ein selbstverwaltetes Wohnprojekt entstanden, das Solidarität, Verantwortung und bezahlbaren Wohnraum verbindet. Die Bewohnerinnen und Bewohner sichern
ihr Zuhause langfristig selbst und zeigen, wie gelebte Nachbarschaft Zukunft gestalten kann.

Ein Haus, das Menschen zusammengebracht hat

Manche Häuser werden geplant. Andere wachsen über Jahre zu einem Zuhause zusammen. Das Danckelhaus in Eberswalde gehört zur zweiten Kategorie. In einer Stadtvilla aus dem frühen 20. Jahrhundert leben heute 16 Erwachsene und ein Kind. Viele von ihnen wohnen bereits seit über zehn Jahren hier. Was ursprünglich als klassische Wohngemeinschaft begann, entwickelte sich mit der Zeit zu einer echten Hausgemeinschaft. Die Bewohnerinnen und Bewohner kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen: Naturschutz, Regenerationsarbeit, Handwerk, Kunst oder Wissenschaft. Was sie verbindet, ist die Überzeugung, dass gemeinschaftliches Wohnen mehr sein kann als ein praktisches Wohnmodell, nämlich ein Ort für Austausch, Verantwortung und gelebte Nachbarschaft.  

Warum wir die D1 begleiten

Die EthikBank unterstützt Projekte, die Wohnraum sozial, solidarisch und langfristig bezahlbar machen. Die D1 zeigt, wie aus einer gewachsenen Hausgemeinschaft ein stabiles Wohnprojekt entstehen kann - getragen von Engagement und gegenseitiger Unterstützung. 

Vom WG-Leben zur gemeinsamen Vision

Mit der Zeit wurde klar: Das Haus hat Potenzial, aber auch einen hohen Sanierungsbedarf. Zwei Wohnungen standen bereits seit Jahren leer, gleichzeitig drohte langfristig eine umfassende Sanierung mit entsprechend steigenden Mieten. Statt abzuwarten, wurde die Hausgemeinschaft aktiv. Sie organisierte kulturelle Veranstaltungen, engagierte sich in der Stadt und vernetzte sich mit anderen Initiativen für gemeinschaftliches Wohnen in Eberswalde. Über mehrere Jahre hinweg entstand so die Idee, das Haus selbst zu übernehmen und dauerhaft als gemeinschaftliches Projekt zu sichern.

Gemeineigentum statt Immobilienmarkt

Nach vier Jahren intensiver Vorbereitung, zahlreichen Plena und dem Einwerben von Direktkrediten wurde diese Idee Realität. Mit Unterstützung der EthikBank konnte das Haus gekauft und Teil des Mietshäuser Syndikats werden. Das bedeutet: Das Gebäude gehört nun einem Hausverein, während das Mietshäuser Syndikat mit darüber wacht, dass es dauerhaft dem Immobilienmarkt entzogen bleibt. Ein Verkauf ist ausgeschlossen. Die Bewohnerinnen und Bewohner bleiben Mieterinnen und Mieter, die ihr Zuhause langfristig selbstverwaltet gestalten.

Ein Haus, das Raum für Gemeinschaft schafft

Für die Zukunft hat die Hausgemeinschaft klare Ziele. Die Sanierung soll behutsam erfolgen, damit die Mieten bezahlbar bleiben. Gleichzeitig soll das Haus weiter geöffnet werden. Etwa durch einen Gemeinschaftsraum, der auch als sogenanntes Soli-Zimmer dienen kann. Damit könnten Menschen in besonderen Lebenssituationen zeitweise ein Zuhause finden.

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