Ein Tiny Hausboot als zweites Zuhause – Nachhaltiges Wohnen auf dem Wasser

Nico Czimmernings Nico Czimmernings
Von einer Idee bis zum fertigen Zuhause auf dem Wasser: Benjamin hat seinen Traum vom nachhaltigen Tiny Hausboot Wirklichkeit werden lassen. Dieser Beitrag begleitet den Weg von der ersten Vision über den Bau bis zum Stapellauf und zeigt, wie aus nachhaltigen Materialien ein modernes Zuhause auf dem Wasser entstand.

Die Idee nimmt Fahrt auf

Schon lange begeisterte Benjamin die Idee des minimalistischen Wohnens. Während einer Grachtenfahrt bei einem Junggesellenabschied in Amsterdam kam ihm eine spannende Wohnalternative in den Sinn: Hausboote. Die Idee ließ ihn nicht mehr los. 

Warum nicht das Konzept eines Tiny Houses mit der Flexibilität eines schwimmenden Zuhauses kombinieren? Auf der Suche nach einer zweiten kleinen Wohngelegenheit schien das für Benjamin die perfekte Lösung zu sein. In den Zeiten, in denen er nicht dort wohnt, sollten andere vom Wohnraum profitieren und ihn nutzen können. Er kümmerte sich um eine Finanzierung und startete in die Planung.

Von Anfang an war Benjamin klar: Sein Tiny Hausboot sollte so nachhaltig wie möglich gebaut werden. Holz war dabei das zentrale Material – nicht nur, weil es eine warme Atmosphäre schafft, sondern auch, weil es CO₂ bindet, anstatt – wie Beton oder Zement – bei der Herstellung große Mengen davon freizusetzen.

Hausboot am Hafen im Sonnenuntergang
Gruppe von Menschen stellen eine Holzwand auf

Der Rohbau steht

Am 12. Mai begann die Bauphase für das nachhaltige Hausboot, das gemeinsam mit der Hausboot Hafen Hamburg GmbH entstand. Zuvor wurden bereits die Rümpfe geliefert, auf denen das gesamte Projekt schwimmen sollte. Mit ihnen nahm das Fundament der Vision erstmals Gestalt an – stabil, sicher und bereit, ein neues Zuhause zu tragen. Den Anfang machte die Bodenplatte: Sie besteht aus robusten Siebdruckplatten, die auf den Aluminiumrahmen montiert wurden.

Darauf folgte das Herzstück des Rohbaus: das Holzständerwerk. Die Wände wurden zunächst liegend vormontiert. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde sichtbar, wo später Fenster und Türen ihren Platz finden werden.

Ein ganzes kleines Häuschen

Dann wurde es ernst: Die vormontierten Wände wurden aufgestellt. Noch am nächsten Tag folgte der Dachstuhl als nächster Meilenstein. Damit war der Rohbau abgeschlossen – das Hausboot hatte nun seinen äußeren Rahmen erhalten. Anschließend wurden die beiden Flachdächer fertiggestellt. Um alles energieeffizient zu gestalten, wurde das Dach natürlich gedämmt, bevor es mit Dachbahnen aus Kautschuk versehen wurde. Nachdem die Wände standen und der Rohbau mit dem Dach versehen wurde, durfte der gesamte Aufbau die Halle verlassen. Auf dem Hof des Hausboot Hafens wurde er dann mit den Rümpfen verschweißt, die das Hausboot später über das Wasser gleiten lassen.

Kurz vor Fertigstellung ging es an die Dämmung des Holzständerwerks. Hierfür kamen nachhaltige Holzfaserdämmplatten zum Einsatz.

Um später den Ausblick auf das Wasser rund um das Hausboot genießen zu können, wurden nun auch die Fenster eingebaut. Auch die Türen haben ihre vorgesehenen Plätze eingenommen und der Innenbereich des Hausbootes nahm Gestalt an. Für fließendes Wasser nicht nur unter dem Boot, sondern auch im Inneren, wurde mit dem Abschluss der Wasserinstallation bereits gesorgt. Damit auch Licht und Küchengeräte funktionieren, wurde nun auch die Elektrik vervollständigt.

Drei Männer verschrauben die Holzwände miteinander
Blick auf fast fertiggestelltes Tiny House

Ein Zuhause auf dem Wasser

Nach Monaten des Bauens und Planens war es endlich soweit: Das Hausboot stand kurz vor seiner Fertigstellung. Im Innenausbau tat sich jetzt besonders viel: Eine großzügige Dusche wurde eingebaut, die Küchenmöbel montiert und gemütliche Wohnbereiche eingerichtet. Durch das große Sitzfenster eröffnete sich ein direkter Blick auf das Wasser, der wohl nie seinen Zauber verliert.

Auch außen bekam das Hausboot seinen Feinschliff. Mit Schindeln aus dem Schwarzwald verkleidet, strahlt es Wärme und Natürlichkeit aus. Auf dem Dach sorgt eine 5 kW Photovoltaikanlage für sauberen Strom und macht das Boot zu einem modernen, nachhaltigen Zuhause. Damit das Leben an Bord reibungslos starten konnte, stand zunächst die technische Inbetriebnahme an: Der Wassertank wurde gefüllt, die elektrische Anlage getestet und alle Systeme geprüft.

„Es war ein unglaubliches Gefühl, das Boot endlich fertig vor mir zu haben – all die Arbeit, die Ideen und die vielen Stunden haben sich gelohnt.“

Dann kam der Augenblick: Das Hausboot schwebte in der Luft und berührte schließlich das Wasser. Die sorgfältig berechnete Lage bestätigte sich: weder Schieflage noch falscher Tiefgang. Das Boot lag genau so im Wasser, wie es geplant war.

Was bleibt, ist die Freude über ein fertiges Hausboot, das nicht nur schwimmt, sondern auch für eine Vision steht: nachhaltig zu leben und neue Wege zu gehen.

Häufige Fragen zum Tiny Hausboot

Beim Hausboot Hafen Hamburg können Übernachtungen auf dem Wasser gebucht werden. Auch das Hausboot SCHWARZWALD MAIDLE von Benjamin steht Gästen zur Verfügung. Passend zur ursprünglichen Idee hinter dem Projekt gilt: „In den Zeiten, in denen er nicht dort wohnt, sollen andere vom Wohnraum profitieren und ihn nutzen können.

Von Anfang an war Benjamin klar, dass sein Tiny Hausboot so nachhaltig wie möglich gebaut werden soll. Holz ist dabei als nachwachsende Ressource das zentrale Material – nicht nur, weil es eine nachwachsende Ressource ist sondern auch, weil es CO₂ bindet und nicht wie Beton oder Zement bei der Herstellung große Mengen davon freizusetzt.

Auch bei der Dämmung wurde auf natürliche Materialien gesetzt. Hierfür kamen nachhaltige Holzfaserdämmplatten zum Einsatz. So verbindet das Hausboot natürliche Materialien mit einem nachhaltigen Baukonzept und einer energieeffizienten Bauweise. 

Auch bei der Energieversorgung spielte Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Auf dem Dach sorgt eine 5 kW Photovoltaikanlage für sauberen Strom und macht das Boot zu einem modernen, nachhaltigen Zuhause. Bevor das Hausboot zu Wasser gelassen wurde, stand außerdem die technische Inbetriebnahme an - der Wassertank wurde gefüllt, die elektrische Anlage getestet und alle Systeme geprüft.