Ein zweites Leben für Solarmodule - Unsere Kooperationspartner panelretter

Emely Lea Stehr Emely Lea Stehr
Sie retten, was andere wegwerfen: Ausrangierte Solarmodule. Denn mit steigender zahl der Photovoltaikanlagen steigt auch die Zahl der ausgedienten Solarmodule. Bis 2050 soll der Photovoltaik-Abfall nach Schätzungen des Fraunhofer Instituts auf 60 Mio. Tonnen ansteigen. Doch nicht alle Solarmodule, die entsorgt werden, sind wirklich reif für den Elektroschrott. Einige von ihnen bekommen durch die panelretter ein zweites Leben.

Was passiert mit ausrangierten Modulen?

Seit 2023 stammt Strom in Deutschland mehrheitlich aus erneuerbaren Energiequellen – Tendenz steigend. Im Jahr 2025 wurden 17,4 Prozent mehr Solarstrom produziert als im Vorjahr. Somit erreichte der Anteil an Strom aus Photovoltaikanlagen neue Höchstwerte (Statistisches Bundesamt, 2026). Möglich macht das die gestiegene Zahl an Photovoltaikanlagen auf Deutschen Dächern und Grundstücken: Im Jahr 2024 waren es rund 4,2 Millionen (Statistisches Bundesamt, 2025).

Nach 20 bis 30 Jahren erreichen viele Solar-Module ihr Lebensende (Deutsche Umwelthilfe, 2021). Aus wirtschaftlicher Sicht kann es allerdings Sinn machen, Photovoltaik-Module noch vor Ende ihrer Lebenszeit auszutauschen, bspw. gegen neuere, leistungsstärkere Module. Obwohl theoretisch das Potenzial der Wiederverwendung solcher ausrangierten Modelle hoch ist, wird nur ein kleiner Teil wirklich wiederverwendet (Deutsche Umwelthilfe, 2021). Auch Module, die beschädigt sind, werden eher komplett ausgetauscht als repariert. Das wollen die panelretter ändern.

Solarpanel steht in einem Garten
©panelretter
Solarmodule im Müll
©panelretter | Die panelretter wollen der Verschwendung ein Ende setzen und retten ausrangierte Solarmodule vor dem Müll.

Refurbished statt neu kaufen

Das Startup macht aus alten Solarpanelen langlebige Balkonkraftwerke für zuhause. Ihr Motto: Refurbished statt neu kaufen. Gegründet wurden die panelretter im Jahr 2023 von Chris und Tillmann. Gemeinsam wollen sie der Verschwendung ein Ende setzen. Denn sowohl die Herstellung als auch das Recycling von Solarmodulen sind energieaufwendige Prozesse. Durch ihre Wiederverwendung können somit wertvolle Ressourcen gespart und die Umwelt geschont werden. „Unser Ziel ist klar: Weniger Elektroschrott und mehr erneuerbare Energien“, sagt Gründer Tillmann Durth.

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Gebraucht, geprüft und wieder leistungsfähig

Jedes ihrer Panels wird mit einem geprüft und instandgesetzt. Der größte Unterschied zu neuen Solarmodulen besteht darin, dass Refurbished-Panels nicht immer dem neusten Stand der Technik entsprechen. Doch das tut ihrer Leistungsfähigkeit keinen Abbruch. „Es ist wie bei Smartphones: Nicht jeder braucht das Neuste des Neuen. Bei Solarmodulen bedeutet der neueste Stand der Technik, dass du auf kleinerer Fläche mehr Strom produzieren kannst. Für den privaten Gebrauch ist dies jedoch oft zweitrangig“, so Durth. Ansonsten stünden sie in der Leistung neuen Paneelen nicht viel nach. Besonders positiv: Wer auf Refurbished-Panels setzt, hat von Beginn an eine positive Ökobilanz. „Neue Module müssen erst zwei Jahre Strom produzieren, um CO2-neutral zu werden. Unsere Panels sind von Anfang an CO2-positiv“, erklärt der Gründer.

Aufbereitung der Panele
©panelretter | In der Werkstatt der Lebenshilfe werden die Solarpanels aufgearbeitet.

Gerettete Solarmodule, messbare Wirkung

Insgesamt 3.243 Panels hat das Team inzwischen aufbereitet und dadurch 1.076 Tonnen CO2 gespart. „Für uns sind Innovation und Nachhaltigkeit zwei Seiten derselben Medaille, die gemeinsam eine grünere Zukunft formen. Wir sehen in jedem Solarmodul, das vor dem Müll gerettet wird, keinen Abfall, sondern eine Chance. Eine Chance, aktiv für eine saubere und umweltbewusste Welt einzustehen“, so die Gründer.

Mann montiert Halterung an einen Balkon
©panelretter | Hier packen auch die Chefs mit an: Mitbegründer Chris montiert Halterungen für das Balkonkraftwerk eines Kunden.